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Telemedizinkongress in Berlin – mit Preisträgern

(Mai 2026) Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) feierte Ende des Jahres 2025 ihren 20. Geburtstag. Anfang Mai tagte der 16. Nationale Fachkongress Telemedizin in Berlin. Zum Jubiläum gratulierte Peter Müller, Leiter der Abteilung fünf „Digitalisierung und Innovation“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in seinem Impulsvortrag.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Selbstverwaltung und Wirtschaft diskutierten an zwei Kongresstagen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze rund um die Telemedizin – von Künstlicher Intelligenz über Krankenhaus- und Notfallreformen bis hin zu Krisenvorsorge und Telemonitoring.

Müller stellte die Roadmap des Ministeriums vor – mit geplant 20 Millionen aktiven Nutzern der elektronischen Patientenakte (ePA) und rund 300 Forschungsvorhaben bis zum Jahr 2030. Die Digitalisierungsstrategie sei zudem um das Thema KI ergänzt worden und beinhalte festgesetzte Ziele, die erreicht werden sollen. Auch die gematik erhält mehr Durchsetzungsbefugnisse, die TI wird gestärkt und weniger komplex gestaltet.

Telemedizin in Krankenhausreform und Notfallversorgung

In verschiedenen Podien ging es um ambulante Telemedizin, Telemonitoring, Generative KI in der Medizin bzw. Schatten-KI. Der Notfall- und Krankenhausreform wurde ein großes Zeitfenster eingeräumt, mehrere Kurzvorträge und eine Diskussionsrunde begleiteten dieses wichtige Thema. Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft DKG, sieht im Jahr 2026 das Entscheidungsjahr für die Telemedizin. Jedem der Akteure ist es klar, dass die bisherige Versorgung nicht mehr geleistet werden kann, ohne dass digitale Lösungen unterstützen. Einzelne Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben bereits Modelle entwickelt, wie sie Patientensteuerung und Bereitschaftsdienst verändern können.

Auch Krisen, Pandemien oder Kriegs- und Bündnisfälle in der EU stellen das Gesundheitswesen vor weitere Herausforderungen, die schnelles und koordiniertes Handeln erfordern. Hier kann Telemedizin helfen, die Kapazitäten in der Versorgung zu erweitern, bietet zudem Flexibilität und medizinische Expertise auch unter erschwerten Bedingungen. Prof. Gernot Marx, Vorstand der DGTelemed bekräftigte, Telemedizin müsse ein integraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung werden, insbesondere bei Krisen und bei Chronikern.

Telemedizinpreis

Ferner wurde ein Telemedizinpreis verliehen. Den ersten Platz belegte das Projekt „coobi care“ von Dr. med. Julian Kruse, Gründer und Chief Medical Officer der Stigma Health GmbH. Die integrierte Plattform unterstützt die telemedizinische Nachsorge von Menschen mit substanzbezogenen Suchterkrankungen und ermöglicht eine kontinuierliche, niedrigschwellige Betreuung nach Akuttherapie oder Entgiftung. Ziel ist es, Versorgungslücken zu schließen und Rückfälle durch digitale Begleitung frühzeitig zu verhindern. „Sucherkrankungen sind chronisch, die Versorgung ist es nicht“, so Kruse. „coobi schließt diese Lücke mit kontinuierlichem Monitoring, das Betroffene stärkt und gezielt telemedizinische Interventionen ermöglicht.“

Der zweite Platz ging an das Innovationsfondsprojekt „Tele-QoL – Settingsensitive Konzeptualisierung und Erfassung der Lebensqualität in der telemedizinischen Versorgung“ von Dr. Klara Greffin (Universität Greifswald) und Prof. Dr. Holger Muehlan (HMU Erfurt). Das Projekt entwickelt wissenschaftliche Ansätze, um Lebensqualität in telemedizinischen Versorgungssituationen differenziert zu erfassen und damit die patientenzentrierte Evaluation digitaler Anwendungen weiterzuentwickeln.

Den dritten Platz belegte „Herodikos plus“, vorgestellt von Dr. Thomas Frenken, Geschäftsführer der Herodikos GmbH, sowie Jochen Blaser von der Techniker Krankenkasse Niedersachsen. Das Projekt verbindet multimodale digitale Therapieangebote mit integrativer Versorgung bei Schmerzen des Muskel-Skelett-Systems.

Von Mirjam Bauer

 

 

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