StartEventberichteDMEA: stark und zukunftsweisend in die digitale Medizin

DMEA: stark und zukunftsweisend in die digitale Medizin

(Mai 2026) Berlin. Mit einem eindrucksvollen Programm, intensiven Fachdiskussionen und einem neuen Besucherrekord ging die DMEA 2026 erfolgreich zu Ende. 22.000 Teilnehmende kamen an drei Veranstaltungstagen in der Berliner Messe zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, Innovationen zu erleben und sich branchenübergreifend zu vernetzen.

DMEA 2026 als zentrale Digital-Health-Plattform

Mit rund 900 Ausstellern aus nahezu 30 Ländern, 550 Speakern und einem umfangreichen Kongressprogramm gilt die Messe als zentrale Plattform für die digitale Transformation des Gesundheitswesens. Im Jahr 2026 wird die DMEA in München stattfinden, die Meinung dazu ist noch etwas zwiegespalten: Die Politik und die in Berlin ansässigen Organisationen, Firmen und Verbände haben deutlich mehr Aufwand, allerdings ermöglicht ein Umzug auch Neues. Die meisten Besucher aus dem Süden des Landes bzw. aus Österreich, Schweiz etc. sehen dem neuen Ort in der Messe München eher positiv entgegen. Die DMEA setzte klare inhaltliche Schwerpunkte auf die drängenden Themen der Branche: Künstliche Intelligenz, digitale Patientenversorgung und Patient Empowerment, Interoperabilität und Europäischer Gesundheitsdatenraum (EHDS), Telemedizin sowie Cybersecurity.

Digitale Strategie für das Gesundheitswesen

Zum Auftakt sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Schirmherrin des Events: „Die entscheidende Frage ist schon lange nicht mehr, ob wir digitalisieren, sondern wie entschlossen und wie klug wir das tun. Die DMEA ist genau der richtige Ort, um darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Hier wird sichtbar, was unser Gesundheitssystem in den kommenden Jahren ganz konkret prägen wird. Die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung und unseres Gesundheitswesens insgesamt hängen davon ab, wie entschlossen wir digitale Innovationen in die Praxis umsetzen können.“ Sie möchte nicht an, sondern mit der Digitalisierung sparen, passend dazu möchte sie die Prävention digitaler machen!

DMEA nova Award 2026

Ein besonderer Fokus lag auch 2026 auf der Förderung von Innovationen und jungen Talenten. In der Startup & Innovation Area präsentierten rund 70 Startups ihre Lösungen und Ideen für die Gesundheitsversorgung von morgen. Eine besonders herausragende Lösung wurde mit dem DMEA nova Award ausgezeichnet. Das Startup Prof. Valmed aus Langen in Hessen konnte sich durchsetzen: Ihr KI-Tool unterstützt Ärzte im Alltag bei Diagnosen und Behandlungen, macht ihre Arbeit effizienter und hilft durch Schulungen, KI sicher und sinnvoll einzusetzen.

Notfallsanitäter Luis Teichmann sprach über medizinische Falschinformationen in den sozialen Netzwerken. Diese bekommen oft mehr Aufmerksamkeit als korrigierende Reaktionen, die andere Inhalte richtigstellen. „Agieren statt reagieren“ sollte die Aufgabe von Forschungseinrichtungen und Kliniken sein, denn gerade für junge Menschen seien digitale Medien heute die primäre Informationsquelle. Der Content Creator und Autor des Spiegel-Bestsellers „Sind wir noch zu retten?“ warnte vor einer sinkenden Gesundheitskompetenz angesichts von Falschinformationen in den sozialen Medien. Schuld an ihrem Erfolg sei laut Teichmann die menschliche Lust am Außergewöhnlichen. Dies bringe mehr Klicks als eine ausgewogene wissenschaftliche Berichterstattung.

Die Rolle der gematik

Gematik-Geschäftsführer Dr. Florian Fuhrmann verglich das Gesundheitssystem mit einem Orchester. Nur, wenn alle optimal zusammenspielen, erzeuge es einen Wohlklang. Die Versorgungssteuerung verschiebe sich allerdings hin zur Patientinnen- und Ressourcensteuerung. Patienten seien digitaler, informierter und selbstbewusster. Trotz dieser Dynamik sieht Fuhrmann ein Problem in den starren Strukturen der Versorgung. Doch wer steuert am besten? Die Politik kann laut Fuhrmann nur Rechtssicherheit geben, denke allerdings in Wahlzyklen und sei ideologisch geprägt. Die Selbstverwaltung als „Maschinenraum der Versorgung“ sei nah dran und könne schnell agieren. Allerdings spräche sie selten mit einer Stimme, sodass gemeinsame Lösungen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinauslaufen würden. Die Digitalisierung sei zwar objektiv und gerecht, könne Muster schnell erkennen und Sektorgrenzen überwinden. Sie ist aber nur so gut wie die Daten, die sie bekommt. Fuhrmanns Fazit lautet daher: Niemand sollte die Versorgungssteuerung allein übernehmen. Politische Leitlinien, Praxisnähe und digitale Intelligenz seien gleichermaßen gefragt. Zugleich müssten sich Leistungserbringer ebenso wie Patient:innen steuern lassen. Und die Rolle der gematik? Sie steuert nicht, sondern schafft die Voraussetzungen.

Ausblick: DMEA 2027

Das Datum für die nächste DMEA steht: Vom 13. bis 15. Mai 2027 dreht sich das Digital-Health-Karussell in München in der neuen Messe. Ob es erneut Besucherrekorde geben wird?

Von Mirjam Bauer

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