Am 19. Februar 2026 verstarb unser Redakteur Manfred Kindler plötzlich und unerwartet im Alter von 74 Jahren. Mit ihm verliert die mt medizintechnik eine Stimme, die das Fach über viele Jahre hinweg geprägt, begleitet und bereichert hat.
Manfred Kindler war der Zeitschrift seit Langem verbunden: Bereits als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats hatte er ihre inhaltliche Entwicklung mitgestaltet, bevor er 2020 die Funktion des fachlichen Redakteurs übernahm. In dieser Rolle brachte er nicht nur ein breites Fachwissen ein, sondern vor allem eine klare Haltung: Medizintechnik dient dem Menschen – dem Patienten ebenso wie denjenigen, die ihn versorgen.
Besonders am Herzen lagen ihm die Zukunftsthemen des Fachs: Robotik, Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung der Medizintechnik fanden in seinen Beiträgen stets einen prominenten Platz. Dabei war Kindler weder ein unkritischer Enthusiast noch ein technikskeptischer Mahner. Er verstand neue Technologien als Hilfsmittel – wirkungsvoll, wenn klug eingesetzt, problematisch, wenn sie den Menschen aus dem Mittelpunkt drängen. Seinen Lesern gegenüber machte er diese Grenzen stets transparent.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Situation derjenigen, die täglich mit Patientinnen und Patienten arbeiten: Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte. Ihre Sorgen nahm er ernst – sei es im Hinblick auf bürokratische Belastungen oder auf Technologien, die mehr überfordern als entlasten. Er sprach sich konsequent dafür aus, dass Innovationen der Versorgung zugutekommen und den Menschen in der Medizin den Raum lassen müssen, den sie brauchen: Zeit für die Patientinnen und Patienten.
Als Werkzeug, um das Gesundheitssystem im Sinne der Patienten- und Anwendersicherheit zu verbessern sah Manfred Kindler vor allem die Themen Qualitäts- und Risikomanagement, für deren Implementierung und Integration er sich stets und unermüdlich einsetzte.
Was Manfred Kindler in der Branche so unersetzlich machte, war seine Fähigkeit als Vermittler. Er war ein Brückenbauer im besten Sinne: Wo andere Fronten sahen, suchte er den vernünftigen Kompromiss – ohne dabei an Substanz zu verlieren. Dieses Talent gründete nicht zuletzt auf seiner außergewöhnlichen Vernetzung. Kindler kannte unglaublich viele Akteure der Medizintechnik, und das auf beiden Seiten: Er war ebenso zu Hause bei Herstellern wie in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, verstand die wirtschaftlichen und technischen Perspektiven der Industrie ebenso wie die klinischen Realitäten der Anwender. Dieses doppelte Verständnis verlieh seinen Einschätzungen Gewicht – und machte ihn zu einem Gesprächspartner, dem alle Seiten vertrauten.
Manfred Kindler schrieb viel und gern – und das merkte man seinen Texten an. Sie waren präzise und gut recherchiert, aber nie trocken. Sein Stil war lebendig, pointiert und immer nahbar. Er besaß die seltene Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge so darzustellen, dass sie die Leserinnen und Leser erreichten – unabhängig davon, ob sie aus der Medizin, der Technik oder dem Management kamen. Die Brücke zwischen diesen Welten zu schlagen ist der Anspruch der mt medizintechnik; Manfred Kindler hat ihn in besonderer Weise verkörpert. Seine weitsichtigen Editorials, die er für viele Ausgaben der mt medizintechnik geschrieben hat, sind frei zugänglich lesbar in der Rubrik E-Paper.
Wir trauern um einen engagierten Kollegen und einen herausragenden Fachredakteur, der mt medizintechnik mit Kompetenz, Leidenschaft und Haltung mitgeprägt hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
Die Redaktion der mt medizintechnik und der Verlag TÜV Media GmbH



