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«Mein-Krankenhaus.Digital» ist online

(April 2026) München. Während viele Digitalisierungsprojekte im deutschen Gesundheitswesen
fragmentiert bleiben, geht eines der größten Vorhaben nun in die Betriebsphase: Über 140
Krankenhäuser von mehr als 70 Trägern haben sich deutschlandweit dem gemeinsamen
Patientenportal „Mein-Krankenhaus.Digital“ (MKD) angeschlossen. Seit Dezember 2025 nutzen
Patientinnen und Patienten der ersten Häuser das Portal zur Terminbuchung und digitalen
Kommunikation mit ihrer Klinik – mit positiver Resonanz. Der Roll-out in den weiteren Häusern erfolgt
schrittweise.

Offizieller Startschuss durch Bayerische Staatsministerin

Mit der heutigen offiziellen Inbetriebnahme des Patientenportals im Klinikum Aschaffenburg durch die
Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach, tritt eines der
umfangreichsten Umsetzungsbeispiele im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG)
offiziell in die Betriebsphase.

Kooperation statt Insellösungen

Bemerkenswert ist das Organisationsmodell: Die beteiligten Krankenhäuser haben das Projekt
eigenständig initiiert und dafür die Klinik IT Genossenschaft (KIG) gegründet. Statt auf isolierte
Einzellösungen setzen sie auf eine gemeinsame Infrastruktur. Die technische Umsetzung erfolgte
durch das Schweizer Softwareunternehmen the i-engineers mit Standorten in München und Münster.
Finanziert wurde das Projekt überwiegend über Fördermittel des KHZG.

Trotz der hohen Komplexität, enger Zeitvorgaben und paralleler Digitalisierungsinitiativen in den
Krankenhäusern konnten alle teilnehmenden Einrichtungen erfolgreich angebunden werden und
erfüllen die Anforderungen des KHZG-Fördertatbestands. „Gemeinsam mit the i-engineers und den
weiteren Dienstleistern haben wir eine Lösung entwickelt, die technisch und organisatorisch führend
und in dieser Dimension in Deutschland einmalig ist„, erklärt Andreas Lange, Geschäftsführer der
Klinik IT eG. „Anstatt dass jedes Haus isoliert seine eigene Lösung entwickelt, haben sich die
Krankenhausträger zusammengeschlossen, um dieses Projekt gemeinsam und effizient zu
stemmen. Die Zusammenarbeit zwischen mehr als 70 Trägern, rund 1.500 Projektmitarbeitenden
und den Dienstleistern hat neue Maßstäbe für kollaborative Digitalisierung im Gesundheitswesen
gesetzt.

Sichere technische Grundlage

Die Lösung läuft mandantengetrennt in Private-Cloud-Umgebungen, die in deutschen
Rechenzentren nach dem BSI-C5-Standard betrieben werden. Die Anbindung an die Krankenhaus
IT erfolgt über eine standardisierte Gateway-Komponente. Damit adressiert das Projekt eines der
Kernprobleme der Gesundheitsbranche: die historisch gewachsene Heterogenität der IT-Systeme.

Die eigentliche Herausforderung war nicht die Entwicklung einzelner Funktionen, sondern die
Integration unterschiedlichster Systeme in eine gemeinsame Architektur„, sagt Severin
Summermatter, CEO von the i-engineers. „Nur mit einer tragfähigen gemeinsamen Architektur lässt
sich Digitalisierung im Gesundheitswesen wirksam skalieren.

Mit mehr als zwei Millionen potenziellen Nutzerinnen und Nutzern pro Jahr und rund 15.000
Mitarbeitenden, die perspektivisch mit dem Portal arbeiten, erreicht MKD eine Größenordnung, die über klassische Pilotprojekte hinausgeht. Das bietet eine große Chance für effizientere Prozesse,
zielgerichtetere Kapazitätssteuerung und letztlich eine bessere Gesundheitsversorgung.

Ausgangspunkt für weitere Digitalisierung

Mit dem Start des Echtbetriebs ist das Projekt nicht abgeschlossen. Der Roll-out erfolgt schrittweise
innerhalb der einzelnen Krankenhäuser; welche weiteren Anwendungsfälle künftig hinzukommen,
entscheiden die angeschlossenen Häuser im Rahmen der genossenschaftlichen Abstimmung. Das
genossenschaftliche Modell steht weiteren Krankenhäusern offen.

Quelle: the i-engineers

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