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Smart4eco: Nachhaltige Produkte und Lösungen für den Klinikalltag

(Juli 2025) Neu gegründet von zwei engagierten Mitarbeitern aus den Isarklinken München tagte erstmals der Kongress Better Products and Solutions in Berlin bei AWS, um die Themenfelder Ökologie, Ökonomie, Soziales und Digitalisierung in der Gesundheit zu verbinden. Nachhaltige Medizintechnik soll dadurch bekannter und häufiger genutzt werden als Lösungen. Die Gründer Andreas Wolf und Alexander Ettenhuber stehen mit der Initiative Smrt4eco für ihre Mission, praxisnahe Lösungsansätze aufzuzeigen und aus ihrem eigenen Klinikalltag funktional zu bewerten. Daneben beraten sie andere Kliniken und Interessierte. Im Vorfeld des Kongresses wurden zur Auswahl der Anbieter rund 50 Lieferaudits durchgeführt.

Nachhaltige Medizintechnik im Fokus des Kongresses

32 Industriepartner hatten die Möglichkeit, in Ausstellung und Vorträgen ihre nachhaltigen Produkte in der Tiefe vorzustellen. Aufgrund der relativ kleinen Location war die Zahl der Teilnehmenden auf 120 Personen beschränkt, das Format soll jedoch verstetigt und ausgebaut werden. Besonders angesprochen waren Anwender aus Gesundheitseinrichtungen: Nachhaltigkeitsbeauftragte, Beschaffungs- und IT-Experten, Geschäftsführung, kaufmännische Leitung, Verpflegungsmanager und KHZG-Verantwortliche. Neben einem Kongresstag, an dem parallel zwei Vortragsreihen und vier mehrfach rotierende Workshops stattfanden, standen am zweiten Tag drei Exkursionen auf der Agenda. Besucht werden konnte die Herzschrittmacherfertigung bei Biotronik, ein Innovationsfrühstück bei AWS und die Aufbereitung von OP-Textilien bei Chirutex.

Praxisbeispiele nachhaltiger Medizintechnik

So stellte u.a. Biotronik vor, wie das Unternehmen von Berlin aus in die Welt expandierte, um mit innovativen Herzschrittmachern täglich Menschenleben zu retten. Ebenso innovativ und nachhaltig sind deren bioresorbierbare Stents aus Magnesium, die eine glatte Oberfläche und bessere Resorptionseigenschaften als herkömmliche Stents aufweisen; zusätzlich punkten sie durch ausreichende Radialkraft und Biokompatibilität. Nach rund drei Monaten sind die Stents im Körper aufgelöst, so dass keine Artefakte bei CT oder MRT-Untersuchungen auftreten und ein uneingeschränktes Wachstum der Gefäße – etwa in der Pädiatrie – ermöglicht wird.

Täglich stundenlang zu tragenden Handschuhe für den OP sollten nicht nur frei von Latex, sondern auch frei von Vulkanisationsbeschleunigern sein, da diese oft Allergien auslösen. Laut jüngsten Studien sei es am besten, DPG-freie OP-Handschuhe zu nutzen, empfahl Bernhard Walker von Harps Global. Für mehr Nachhaltigkeit sollte man zudem beachten, wie transparent die supply chain der Produte ist, ob ein unabhängiger und aktueller Auditbericht zu den Arbeitsbedingungen in der Produktionsstätte vorliegt und welchen Energiemix der Lieferant bei der Produktion einsetzt.

Auch die nachhaltigen Reinigungsmittel bzw. Desinfektionslösungen von Dr. Schnell und Dr. Schumacher wurden in Ausstellung und Foren vorgestellt, konnten getestet und diskutiert werden.

Eine erfolgreiche Recyclingstrategie verfolgt Kimberly und Clark mit seinen Papiertüchern. Da diese nur zum Abtrocknen genutzt werden, landen sie in einem extra Müllbehälter, der einer speziellen Reinigungsanlage zugeführt wird und anschließend erneut zu Papiertüchern verarbeitet wird. Vorteil: keine weiteren Bäume werden benötigt! Die Praxistests u.a. in den Isarkliniken München zeigten, dass der Abfall kaum Fremdprodukte enthält und problemlos genutzt werden kann. Im Vorfeld hatten die Kliniker mehr Verunreinigungen erwartet, was sich aber auch durch Schulung und Beschriftung der Müllbehälter verbessern lässt. Ein geringer Anteil von bis zu 5 Prozent Fremdmaterialien sind für das Recycling kein Problem.

Digitalisierungsansätze für die Zukunft

Beim parallel stattfindenden Digitalisierungsforum in einem anderen Raum wurden Aspekte wie Interoperabilität, Cloudnutzung, digitale Zwilinge oder die digitale User Adoption zur Absicherung von IT-Projekten vorgestellt.

Zusätzlich wurde der Klimaretter-Lebensretter-Award der Stifung viamedica verliehen:

Die Gewinner

Kategorie große Einrichtungen/Unternehmen (ab 4.000 MA)
Universitätsklinikum Würzburg
IKK classic
Universitätsklinikum Freiburg

Kategorie mittlere Einrichtungen/Unternehmen (1.000 – 4.000 MA)
Pronova BKK
mmk- meine Krankenkasse
Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen

Kategorie kleine Einrichtungen/Unternehmen (100 – 1.000 MA)  
Isar Kliniken GmbH
kbo-Sozialpsychiatrisches Zentrum gGmbh
Vanguard AG

Kategorie Kleinstunternehmen und Praxen (unter 1.00 MA)
INTERATIO-MediTec GmbH
Nova Biomedical

Kategorie Gruppen
Universitätsklinkum Freiburg
Pronova BKK
Vanguard AG

Kategorie Einzelpersonen
Ikk classic
Knappschaftsklinikum Saar
IKK classic

 

Quelle: Mirjam Bauer

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